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· 3 Min Lesezeit · Nils Lappenbusch

Von p=quarantine zu p=reject — sicher migrieren ohne legitime Mails zu killen

Schritt-für-Schritt-Anleitung wie du die DMARC-Policy verschärfst ohne dass Kunden-Bestellbestätigungen oder Rechnungen plötzlich verschwinden.

Du bist auf p=quarantine, alles läuft seit Wochen stabil, deine Reports sehen sauber aus. Frage: ist es Zeit für p=reject — und was, wenn nicht?

Was sich konkret ändert

p=none p=quarantine p=reject
Was passiert mit Fakes nichts — wird zugestellt landet im Spam wird abgelehnt, Sender bekommt Bounce
Empfänger-Erlebnis bei legitimen Mails mit Auth-Fehler normal im Spam-Ordner Mail kommt nie an
Schutz vor Phishing nur Monitoring, keine Action mittel hoch
Risiko legitime Mails zu killen null niedrig hoch wenn Auth-Setup nicht sauber

Der wichtige Punkt: bei p=reject werden auch deine legitimen Mails geblockt, wenn DKIM oder SPF fehlschlagen — z.B. weil ein neuer Marketing-Tool-Sender nicht im SPF steht oder DKIM noch nicht aktiviert ist. Bei p=quarantine landet die Mail im Spam und kann zurückgeholt werden; bei p=reject ist sie weg.

Die 5-Stufen-Checkliste vor dem Switch

1. Pass-Rate stabil über 99 %

Schau in deinem DMARC-Aggregator. Wenn nicht 99.x % deiner authentifizierten Mails als “pass” durchgehen, ist p=reject riskant.

30 Tage zurück:
  Pass:        99.4 %  ✓
  Quarantine:  0.5 %
  Reject:      0.1 %

Wenn deine Quote eher Richtung 95 % geht — erst die unauffälligen 5 % aufräumen.

2. Alle Sender im SPF und DKIM

Mach eine Inventur. Frag dich:

Jeder Sender braucht im DMARC-Report einen Eintrag mit dkim=pass ODER spf=pass UND dazu Alignment mit der Header-From-Domain.

3. Sub-Domain-Strategie geklärt

DMARC kennt p= (Hauptdomain) und sp= (Sub-Domain). Wenn du sp= nicht setzt, gilt automatisch dasselbe wie p=. Das ist meistens richtig — ausser du hast Sub-Domains die anders versenden:

Hast du sowas? Dann sicher noch nicht auf sp=reject springen, bevor jede Sub-Domain einzeln auditiert ist.

4. Monitoring-Mechanismus für Bounce-Spike

Wenn du nach dem Switch plötzlich 50 Bounces/Tag von Kunden bekommst die schreiben “ich konnte euch nichts schicken” — du musst das in 24h merken, nicht in 30 Tagen.

Setze: - Spike-Alert im Aggregator (kommt automatisch bei uns) - Manuelle Checks: 2× Tag in der ersten Woche - Sales-Team aufmerksam machen, falls Kunden anrufen

5. Rollback-Plan im Kopf

DNS ist nicht magic — ein TTL-300-Record auf p=quarantine zurück und du bist innerhalb von 10 Minuten wieder im sicheren Zustand. Aber: bedenke dass empfangende Server zwischenzeitlich gecached haben. Reale Erholung dauert eher 1–2h.

Der Switch selbst

# Vorher
_dmarc.deine-firma.ch.  IN TXT  "v=DMARC1; p=quarantine; rua=mailto:dmarc@deine-firma.ch; pct=100"

# Nachher
_dmarc.deine-firma.ch.  IN TXT  "v=DMARC1; p=reject; rua=mailto:dmarc@deine-firma.ch; pct=100"

Genau ein Wort ändert sich. TTL für die nächsten 7 Tage auf 300 senken, damit du schneller rollbacken kannst.

Wenn du dich nicht traust

Das ist absolut OK. Viele Firmen bleiben dauerhaft auf p=quarantine — der praktische Schutz ist fast gleich, das Risiko aber niedriger. Wir haben Kunden die seit 2 Jahren stabil auf p=quarantine laufen und nie p=reject brauchten.

p=reject lohnt sich vor allem wenn: - du eine bekannte Marke bist (Phishing-Ziel) - du BIMI willst (BIMI verlangt p=quarantine oder p=reject, kein p=none) - Compliance-Druck (NIS2, ISO Audit)

Was als nächstes

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